Flügel, Auge und Geschoss

„Wieso heißt das eigentlich Geschoss?“  Der Gedanke kam mir, als ich neulich über einem Grundriss saß und mit der Küchenplanung beschäftigt war. „Das ist doch eigentlich kein schönes Wort, klingt nicht gut, und wenn es aus einer Waffe kommt, tut es auch in der Regel nicht gut.“  Beim weiteren Nachdenken darüber viel mir auf, dass das Geschoss in der Sprache des Wohnens eine Ausnahme ist, und wir uns eigentlich glücklich schätzen können, mit so vielen schönen und wohl klingenden Begriffen zu tun zu haben. „Türflügel“ zum Beispiel, oder „Treppenauge“. Unter –„Handlauf“ kann man sich viel Schönes vorstellen und „Oberlicht“ und „Durchgangsraum“ klingen ja schon fast philosophisch.  Egal ob „Fliesenspiegel“  „Durchreiche“  oder  „Ankleide“ – Wohnen klingt irgendwie immer gut in unseren Ohren.

Und das Geschoss? Das kommt im Übrigen aus dem Fachwerkbau – Zwischen den senkrecht laufenden  Ständern eines Fachwerks werden die Deckenbalken „eingeschossen“ – Und somit aus einer Zeit, in der es noch „Lamperien“  „Gute Stuben“  „Herrgottswinkel“ und „Bettvorleger“ gab.

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